EinsteigerKryptowährungen
Bitcoin und das Darknet
Wie Bitcoin durch Silk Road bekannt wurde, warum Darknet-Märkte von Bitcoin zu Monero wechseln und welche Rolle Bitcoin heute in der Kriminalität noch spielt.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Bitcoin startete 2009; Silk Road machte es ab 2011 zum Zahlungsmittel des Darknets.
- Weil jede Bitcoin-Zahlung öffentlich gespeichert wird, konnten Ermittler viele Täter über Zahlungsspuren finden.
- Viele Darknet-Märkte setzen deshalb inzwischen auf Monero; 2025 akzeptierte fast die Hälfte neuer Märkte nur noch Monero.
- Kriminelle Nutzung macht laut Chainalysis weniger als ein Prozent aller Krypto-Transaktionen aus.
Inhalt
Bitcoin und das Darknet sind eng miteinander verbunden. Die Kryptowährung startete 2009; ab 2011 machte der Darknet-Markt Silk Road sie zum Zahlungsmittel für anonyme Onlinegeschäfte. Doch genau diese Verbindung zeigte, dass Bitcoin weit weniger anonym ist als gedacht. Viele Darknet-Märkte haben sich deshalb von Bitcoin abgewandt – Kriminelle nutzen es aber weiterhin.
Die Geschichte in Etappen
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| 2009 | Bitcoin startet als erste Kryptowährung |
| 2011–2013 | Silk Road nimmt ausschließlich Bitcoin; laut US-Anklage wurden Waren für rund 9,5 Mio. Bitcoin umgesetzt |
| 2013–2017 | Nachfolgemärkte wie AlphaBay setzen weiter auf Bitcoin |
| ab etwa 2016 | Erste große Märkte akzeptieren zusätzlich Monero |
| 2019–2021 | White House Market akzeptiert nur noch Monero |
| 2025 | Fast die Hälfte neu gestarteter Märkte akzeptiert nur Monero (TRM Labs) |
Die Geschichte von Silk Road erzählt Silk Road: Aufstieg und Fall.
Warum Bitcoin für das Darknet attraktiv war
- Keine Bank nötig: Zahlungen laufen direkt zwischen Nutzern, weltweit.
- Keine Namen: Adressen bestehen aus Zeichenketten, nicht aus Namen.
- Unumkehrbar: Zahlungen lassen sich nicht zurückbuchen – für Verkäufer ein Vorteil.
Der Haken: Alle Transaktionen werden öffentlich und dauerhaft auf der Blockchain gespeichert. Wer eine einzige Adresse einer Person zuordnet, kann ihre Zahlungen zurückverfolgen. Warum das so ist, erklärt Ist Bitcoin anonym?.
Wie Bitcoin Täter verraten hat
Blockchain-Analyse ist eine der wichtigsten Ermittlungsmethoden gegen Darknet-Kriminalität:
- Beim Wall Street Market werteten Ermittler Bitcoin-Transaktionen der Betreiber aus.
- Beim Markt Incognito führte eine Domain, die mit einer auf den Betreiber registrierten Wallet bezahlt worden war, zu seiner Identifizierung.
- Beim mutmaßlichen Betreiber von Dream Market führten Geldwäsche-Transaktionen Jahre nach der Schließung zur Festnahme.
Wie die Methoden funktionieren, zeigt Blockchain-Analyse erklärt.
Der Wechsel zu Monero
Monero verschleiert Absender, Empfänger und Betrag. Viele westliche Märkte akzeptieren deshalb nur noch Monero – Archetyp Market etwa, den das BKA 2025 zerschlug. Laut TRM Labs unterstützte 2025 fast die Hälfte (48 Prozent) aller neu gestarteten Darknet-Märkte ausschließlich Monero. Was Monero anders macht, erklärt Monero erklärt.
Bitcoin und Kriminalität heute
Bitcoin bleibt in der Kriminalität präsent – etwa bei Ransomware-Zahlungen und auf russischsprachigen Märkten. Insgesamt hat sich das Bild aber verschoben:
| Kennzahl (Chainalysis, 2025) | Wert |
|---|---|
| Zahlungen an illegale Adressen | mindestens 154 Mrd. US-Dollar |
| Anteil am gesamten Krypto-Volumen | unter 1 Prozent |
| Anteil von Stablecoins an illegalen Zahlungen | 84 Prozent |
| Zahlungen an Darknet-Märkte und Drogenhändler | gut 2,5 Mrd. US-Dollar |
Der Großteil illegaler Krypto-Zahlungen läuft also nicht mehr über Bitcoin, sondern über Stablecoins – vor allem bei Sanktionsumgehung und Geldwäsche. Darknet-Märkte sind gemessen am Volumen nur ein kleiner Teil der Krypto-Kriminalität.
Einordnung
Bitcoin hat das Darknet geprägt und wurde zugleich zu seiner größten Schwachstelle. Die Erfahrung von über zehn Jahren zeigt: Eine öffentliche Blockchain ist ein ideales Beweismittel. Wer verstehen will, wie Ermittler Kryptowährungen nachverfolgen und beschlagnahmen, findet die bekanntesten Fälle in Krypto-Beschlagnahmungen: bekannte Fälle.
Häufige Fragen
Ist Bitcoin vor allem ein Zahlungsmittel für Kriminelle?
Nein. Laut Chainalysis entfällt weniger als ein Prozent des gesamten Transaktionsvolumens auf illegale Adressen. Bitcoin wird überwiegend als Geldanlage und von Börsen, Unternehmen und Privatpersonen genutzt.
Warum haben Darknet-Märkte überhaupt Bitcoin genutzt?
Weil es lange die einzige praktikable Möglichkeit war, ohne Bank international zu bezahlen. Bitcoin-Adressen tragen keinen Namen – viele Nutzer hielten das für Anonymität.
Wird Bitcoin im Darknet noch genutzt?
Ja, aber weniger. Viele westliche Märkte akzeptieren nur noch Monero, russischsprachige Märkte und Händler nutzen weiterhin Bitcoin. Bei illegalen Zahlungen insgesamt haben Stablecoins Bitcoin überholt.
Quellen
- WikipediaSilk Road (marketplace) abgerufen am 20.10.2026
- TRM LabsMonero in 2025: Persistent Use and Emerging Network-Layer Insights abgerufen am 20.10.2026
- The Block (zu Chainalysis)Crypto crime topped $150 billion in 2025 as state-backed actors scaled onchain abgerufen am 20.10.2026
- ChainalysisDrugs and Darknet Markets: 2026 Crypto Crime Report abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.
Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026