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Garantex: die Abschaltung der Kryptobörse 2025

Garantex soll seit 2019 mindestens 96 Mrd. US-Dollar umgesetzt haben, auch für Ransomware. Wie die USA, Deutschland und Finnland die Börse 2025 abschalteten.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Garantex war eine russische Kryptobörse, über die laut US-Justiz seit April 2019 mindestens 96 Milliarden US-Dollar flossen.
  • Die Börse soll Erlöse aus Hacking, Ransomware, Terrorismus und Drogenhandel gewaschen und Sanktionen umgangen haben.
  • Am 6. März 2025 beschlagnahmten die USA die Domains; deutsche und finnische Behörden stellten die Server sicher, über 26 Millionen US-Dollar wurden eingefroren.
  • Ein mutmaßlicher Administrator wurde kurz darauf in Indien festgenommen.
Inhalt

Garantex war eine in Russland ansässige Kryptobörse, die nach Angaben der US-Justiz zu einer der wichtigsten Geldwäsche-Drehscheiben der Cyberkriminalität wurde. Seit April 2019 sollen über die Börse mindestens 96 Milliarden US-Dollar geflossen sein – auch Erlöse aus Ransomware, Hacking und Darknet-Märkten. Im März 2025 schalteten die USA gemeinsam mit Deutschland und Finnland die Börse ab.

Chronologie

DatumEreignis
April 2019Garantex nimmt den Betrieb auf
5. April 2022Das US-Finanzministerium sanktioniert Garantex – am selben Tag, an dem BKA und ZIT Hydra Market abschalten
2022–2025Garantex arbeitet weiter und wechselt laut US-Justiz täglich die Wallet-Adressen, um Sperren zu umgehen
6. März 2025US-Gericht ordnet die Beschlagnahmung der Domains an; deutsche und finnische Behörden stellen die Server sicher
7. März 2025Das US-Justizministerium macht die Anklage öffentlich
März 2025Festnahme eines mutmaßlichen Administrators in Indien auf Ersuchen der USA

Die Vorwürfe

Laut US-Justizministerium soll Garantex:

  • Erlöse aus Hacking, Ransomware, Terrorismus und Drogenhandel gewaschen haben,
  • Sanktionen umgangen und weiter mit Nutzern in den USA Geschäfte gemacht haben,
  • sich nie als Finanzdienstleister registriert haben.

Angeklagt wurden zwei Männer: ein litauischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Russland als mutmaßlicher technischer Administrator, unter anderem wegen Verschwörung zur Geldwäsche und zur Sanktionsumgehung, und ein russischer Staatsbürger mit Wohnsitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten als mutmaßlicher Mitgründer. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Die Operation

FederführungUS Secret Service und FBI
BeteiligteDeutschland, Finnland, Niederlande, Estland, Europol
DomainsDrei Domains beschlagnahmt
ServerVon deutschen und finnischen Behörden sichergestellt
DatenFrühere Serverkopien mit Kunden- und Buchhaltungsdatenbanken lagen den US-Behörden bereits vor
EingefrorenÜber 26 Mio. US-Dollar

Besonders folgenreich sind die Datenbanken: Mit Kunden- und Buchhaltungsdaten lassen sich Zahlungsströme von Ransomware-Gruppen und anderen Kriminellen nachvollziehen.

Warum Garantex so wichtig war

Kriminelle brauchen einen Weg, Kryptowährung in Bargeld oder andere Werte zu tauschen. Regulierte Börsen identifizieren ihre Kunden und melden Verdachtsfälle. Garantex bot genau das nicht – und war für russischsprachige Kriminelle besonders attraktiv. Laut US-Finanzministerium liefen auch Zahlungen von Hydra über die Börse. Wie die Regulierung in der EU funktioniert, erklärt Geldwäsche, KYC und Kryptobörsen.

Die Folgen

Nach Medienberichten tauchte kurz nach der Abschaltung eine Nachfolgeplattform auf, die Kundengelder übernommen haben soll. Der Fall zeigt das bekannte Muster: Infrastruktur lässt sich ersetzen, Daten und Festnahmen wiegen schwerer. Ähnliche Fälle mit deutscher Beteiligung sind die Abschaltungen des Mixers ChipMixer 2023 und des Tauschdienstes eXch 2025. Siehe Coin-Mixer und die Rechtslage.

Häufige Fragen

Was hat Garantex mit dem Darknet zu tun?

Garantex war eine wichtige Brücke zwischen Kryptowährung und Bargeld für Kriminelle. Laut US-Finanzministerium liefen Zahlungen von Darknet-Märkten wie Hydra und von Ransomware-Gruppen über die Börse.

Seit wann war Garantex sanktioniert?

Seit dem 5. April 2022 – demselben Tag, an dem Hydra Market abgeschaltet wurde. Laut US-Justiz setzte Garantex den Betrieb trotzdem fort und wechselte täglich seine Wallet-Adressen, um Sperren zu umgehen.

Gibt es einen Nachfolger?

Nach Medienberichten tauchte kurz nach der Abschaltung eine Nachfolgeplattform auf. Ermittler und Analysefirmen beobachten solche Neugründungen genau.

Quellen

  1. U.S. Department of Justice, EDVAGarantex Cryptocurrency Exchange Disrupted in International Operation abgerufen am 20.10.2026
  2. BleepingComputerGarantex crypto exchange admin arrested while on vacation abgerufen am 20.10.2026
  3. The Hacker NewsU.S. Treasury Department sanctions Russia-based Hydra abgerufen am 20.10.2026
  4. MeduzaAmong the most prolific money laundering platforms abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

Redaktion

Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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