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Operation Endgame erklärt
Operation Endgame ist die größte Aktion gegen Schadsoftware-Netzwerke: was 2024 und 2025 geschah, welche Rolle Deutschland spielt und was sie bewirkt.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 2 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Operation Endgame ist eine seit 2024 laufende internationale Aktion gegen Schadsoftware, die Kriminellen den ersten Zugang zu fremden Rechnern verschafft.
- Im Mai 2024 – nach Europol-Angaben die größte Aktion gegen Botnetze aller Zeiten – wurden über 100 Server abgeschaltet und mehr als 2.000 Domains übernommen.
- Im Mai 2025 folgten rund 300 Server, 650 Domains und 20 Haftbefehle; im November 2025 über 1.000 Server.
- Deutschland gehört mit Frankreich und den Niederlanden zu den führenden Ländern der Operation.
Inhalt
Operation Endgame ist eine seit 2024 laufende internationale Aktion gegen Schadsoftware-Netzwerke. Sie richtet sich gegen Programme, die Kriminellen den ersten Zugang zu fremden Rechnern verschaffen und weitere Schadsoftware nachladen – oft der erste Schritt eines Ransomware-Angriffs. Deutschland gehört zu den führenden Ländern der Operation.
Die Phasen
| Phase | Zeitraum | Ergebnis |
|---|---|---|
| Endgame 1 | 27.–29. Mai 2024 | Über 100 Server abgeschaltet, mehr als 2.000 Domains übernommen, 4 Festnahmen (in Armenien und der Ukraine), 16 Durchsuchungen |
| Endgame 2 | Ende Mai 2025 | Rund 300 Server und 650 Domains neutralisiert, 20 internationale Haftbefehle, 3,5 Mio. Euro in Kryptowährung sichergestellt |
| Endgame 3 | November 2025 | Über 1.000 Server abgeschaltet, Festnahme eines Hauptverdächtigen in Griechenland |
Endgame 1: die größte Aktion gegen Botnetze
Im Mai 2024 gingen Ermittler gleichzeitig gegen mehrere große Schadsoftware-Familien vor. Europol sprach von der größten Aktion gegen Botnetze aller Zeiten. Initiiert und geführt wurde sie von Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, unterstützt von Eurojust, weiteren Staaten und privaten Sicherheitsfirmen. Ein Hauptverdächtiger soll durch die Vermietung krimineller Infrastruktur mindestens 69 Millionen Euro in Kryptowährung verdient haben.
Endgame 2 und das Umfeld 2025
Ende Mai 2025 traf die zweite Phase weitere Schadsoftware-Familien. Rund 300 Server und 650 Domains wurden neutralisiert, 20 Haftbefehle erlassen und mehrere Verdächtige auf die EU-Liste der meistgesuchten Personen gesetzt.
Etwa zur selben Zeit schalteten Microsoft, Europol und das FBI die Infrastruktur des Infostealers Lumma ab – rund 2.300 Domains. Lumma wurde mit rund 10 Millionen Infektionen weltweit in Verbindung gebracht.
Endgame 3
Im November 2025 richtete sich die dritte Phase gegen einen weiteren Infostealer, ein Botnetz und einen Fernzugriffstrojaner. Nach Europol-Angaben umfasste die Infrastruktur Hunderttausende infizierte Rechner und mehrere Millionen gestohlene Zugangsdaten; viele Betroffene wussten nichts von der Infektion. Über 1.000 Server wurden abgeschaltet.
Was Endgame bewirkt
- Angriffsketten unterbrechen: Wer die Türöffner zerstört, verhindert viele Folgeangriffe.
- Abschreckung von Kunden: Ermittler werteten Daten aus und gingen auch gegen Kunden der Schadsoftware-Dienste vor.
- Betroffene informieren: Daten über infizierte Systeme wurden an Sicherheitsorganisationen weitergegeben.
- Grenzen: Die Szene passt sich an. Nach der Lumma-Abschaltung gewann etwa ein anderer Infostealer an Bedeutung – der dann in Endgame 3 selbst zum Ziel wurde.
Was du tun kannst
Schadsoftware kommt meist über Phishing-Mails, gefälschte Downloads oder unsichere Software auf den Rechner. Halte System und Programme aktuell, lade Software nur aus offiziellen Quellen und nutze Zwei-Faktor-Authentifizierung, damit gestohlene Passwörter allein nicht reichen. Mehr dazu: Schutz vor Malware.
Häufige Fragen
Warum zielt Endgame auf ‚Türöffner‘-Schadsoftware?
Weil viele Angriffe, auch mit Ransomware, mit solcher Schadsoftware beginnen: Sie verschafft Angreifern den ersten Zugang und lädt weitere Programme nach. Wer diese Infrastruktur zerstört, unterbricht viele Angriffsketten gleichzeitig.
Bin ich betroffen, wenn mein Rechner infiziert war?
Möglicherweise. Ermittler und Partner geben Daten über infizierte Systeme an Sicherheitsorganisationen weiter, damit Betroffene informiert werden können. Halte dein System aktuell, nutze einen Virenschutz und ändere Passwörter, wenn du einen Verdacht hast.
Ist die Operation abgeschlossen?
Nein. Endgame ist als fortlaufende Operation angelegt. Ermittler kündigten wiederholt weitere Maßnahmen an, auch gegen Kunden der Schadsoftware-Dienste.
Quellen
- Infosecurity MagazineEuropol-Led Operation Endgame Hits Botnet, Ransomware Networks abgerufen am 20.10.2026
- eucrimOperation ENDGAME Targets Initial Access Malware abgerufen am 20.10.2026
- TechCrunchPolice take down three cybercrime operations in latest round of whack-a-mole abgerufen am 20.10.2026
- The Hacker NewsFBI and Europol disrupt Lumma Stealer malware network abgerufen am 20.10.2026
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026