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Schutz vor Malware

Wie Schadsoftware auf deinen Rechner gelangt, welche Arten es gibt und welche Maßnahmen laut BSI wirklich schützen – auch beim Besuch des Darknets.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Malware gelangt vor allem über Downloads, Anhänge, präparierte Dokumente und Lücken in veralteter Software auf Geräte.
  • Das BSI nennt als Kernmaßnahmen: Updates, Virenschutz, Firewall, getrennte Benutzerkonten und Mitdenken.
  • Backups auf einem getrennten Datenträger sind die wichtigste Versicherung gegen Ransomware.
  • Im Darknet ist das Risiko höher; heruntergeladene Dateien solltest du nur isoliert öffnen.
Inhalt

Malware – auf Deutsch Schadsoftware – gelangt meist über heruntergeladene Programme, E-Mail-Anhänge, präparierte Dokumente oder Sicherheitslücken in veralteter Software auf dein Gerät. Den besten Schutz bieten keine Wunderprogramme, sondern ein paar konsequent umgesetzte Grundregeln: Updates, getrennte Benutzerkonten, Backups und Vorsicht bei Dateien.

Die wichtigsten Arten von Malware

ArtWas sie tut
InfostealerLiest Passwörter, Browser-Cookies und Kryptowallets aus und schickt sie den Tätern
RansomwareVerschlüsselt Daten und fordert Lösegeld; oft werden Daten vorher kopiert
Trojaner und FernzugriffstoolsGeben Angreifern Kontrolle über das Gerät
Krypto-DrainerLeeren Wallets, etwa durch Austausch kopierter Wallet-Adressen
Botnet-SoftwareMacht das Gerät zum Teil eines Netzes für Angriffe auf Dritte

Viele dieser Programme werden im Darknet als Dienstleistung vermietet. Laut BKA wurden 2025 in Deutschland 1.041 Ransomware-Angriffe angezeigt, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Was das BSI empfiehlt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nennt fünf Kernmaßnahmen:

  1. Updates: Sicherheitsupdates für Betriebssystem und Programme regelmäßig und zeitnah installieren, am besten automatisch.
  2. Virenschutz: Ein aktuelles Schutzprogramm nutzen.
  3. Firewall: Die Firewall des Systems eingeschaltet lassen.
  4. Getrennte Benutzerkonten: Für den Alltag ein Konto ohne Administratorrechte verwenden, für Installationen ein separates Administratorkonto.
  5. Mitdenken: Keine Anhänge unbekannter Absender öffnen, nicht jeden Link anklicken.

Dazu kommen ergänzende Maßnahmen, vor allem regelmäßige Backups auf einem externen Datenträger – nicht nur auf einer anderen Partition desselben Rechners. Nur so lassen sich Daten nach einem Ransomware-Angriff wiederherstellen.

Besondere Risiken im Darknet

Das BSI schätzt das Risiko, sich im Darknet Schadsoftware einzufangen, höher ein als im normalen Netz. Typische Fallen:

  • Angebliche Tools und „geknackte“ Software, die in Wahrheit Infostealer enthalten,
  • Dokumente, die beim Öffnen Schadcode ausführen oder – auch ohne Schadcode – Inhalte aus dem Internet nachladen und dabei deine echte IP-Adresse verraten. Das Tor Project warnt ausdrücklich davor, heruntergeladene DOC- oder PDF-Dateien zu öffnen, während der Rechner online ist,
  • Gefälschte Wallet-Programme und Krypto-Tools,
  • Präparierte Dateien auf übernommenen Plattformen, wie 2017 auf dem Marktplatz Hansa, wo die Polizei eine Excel-Datei verbreitete, die beim Öffnen einen Polizeiserver kontaktierte.

So öffnest du verdächtige Dateien sicherer

  1. Am besten gar nicht. Was du nicht öffnest, kann dir nicht schaden.
  2. Offline: Netzwerk trennen, bevor du ein Dokument öffnest.
  3. Isoliert: In einer virtuellen Maschine ohne Netzwerkzugang oder im Live-System Tails. Siehe Virtuelle Maschinen für mehr Privatsphäre.
  4. Umwandeln: Werkzeuge wie Dangerzone wandeln Dokumente in sichere, bereinigte PDFs um.

Anzeichen einer Infektion

  • Unerklärliche Anmeldungen bei deinen Konten oder Passwort-Rücksetz-E-Mails,
  • neue, unbekannte Programme oder Browser-Erweiterungen,
  • deutlich langsameres System oder hohe Netzwerkaktivität ohne Grund,
  • verschwundene Kryptowerte.

Wenn du eine Infektion vermutest: Gerät vom Netz trennen, von einem anderen, sauberen Gerät aus alle Passwörter ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung prüfen und das System neu aufsetzen. Bei Ransomware hilft die Initiative No More Ransom mit kostenlosen Entschlüsselungswerkzeugen für manche Varianten.

Häufige Fragen

Brauche ich zusätzlich zum eingebauten Virenschutz ein Antivirenprogramm?

Für die meisten Privatnutzer reicht der in Windows und macOS eingebaute Schutz, wenn er aktiv und aktuell ist. Entscheidender als die Wahl des Programms sind Updates und vorsichtiges Verhalten.

Kann ich mir beim Surfen ohne Download Malware einfangen?

Das ist über Sicherheitslücken im Browser möglich, aber deutlich seltener. Ein aktueller Browser und im Tor Browser die Sicherheitsstufe „Am sichersten“ verringern das Risiko stark.

Was ist ein Infostealer?

Schadsoftware, die gespeicherte Passwörter, Browser-Cookies und Kryptowallets ausliest und an die Täter schickt. Die erbeuteten Daten werden oft im Darknet verkauft.

Quellen

  1. Dr. DatenschutzBSI-Tipps zur Absicherung vor Risiken aus dem Internet abgerufen am 20.10.2026
  2. teltarif.deDie verborgene Seite (Bericht zu Darknet-Hinweisen des BSI) abgerufen am 20.10.2026
  3. Security-InsiderBKA: Cybercrime 2025 in Deutschland auf Rekordhoch abgerufen am 20.10.2026
  4. Europol, Polizeibehörden und IT-SicherheitsunternehmenNo More Ransom abgerufen am 20.10.2026
  5. Freedom of the Press FoundationDangerzone abgerufen am 20.10.2026
  6. Tor ProjectDownload warning for documents opened outside Tor Browser abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

Redaktion

Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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