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Die Sicherheitsstufen im Tor Browser
Standard, Sicherer, Am sichersten: was die drei Sicherheitsstufen im Tor Browser abschalten, wann du welche wählst und warum eigene Einstellungen riskant sind.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Der Tor Browser hat drei Sicherheitsstufen: Standard, Sicherer und Am sichersten.
- „Sicherer“ schaltet JavaScript auf Seiten ohne HTTPS ab, „Am sichersten“ auf allen Seiten.
- Höhere Stufen verkleinern die Angriffsfläche, können aber Websites unbrauchbar machen.
- Nutze die vorgegebenen Stufen statt eigener Einstellungen – sonst wirst du leichter wiedererkannt.
Inhalt
Der Tor Browser bietet drei Sicherheitsstufen: Standard, Sicherer und Am sichersten. Je höher die Stufe, desto mehr Website-Funktionen werden abgeschaltet, die Angreifer ausnutzen könnten – vor allem JavaScript. Dafür funktionieren manche Seiten nicht mehr richtig.
Die drei Stufen im Vergleich
| Standard | Sicherer | Am sichersten | |
|---|---|---|---|
| JavaScript | An | Aus auf Seiten ohne HTTPS | Auf allen Seiten aus |
| Audio und Video | Normal | Abspielen per Klick | Abspielen per Klick |
| Schriften und mathematische Symbole | Alle | Teilweise deaktiviert | Teilweise deaktiviert |
| Bilder und Symbole | Alle | Alle | Teilweise deaktiviert |
| WebAssembly auf Websites | An | Blockiert | Blockiert |
| Funktionieren Websites? | Fast alle | Die meisten | Vor allem einfache, statische Seiten |
| Gedacht für | Alltägliches Surfen | Unbekannte Seiten, Onion-Seiten | Hohes persönliches Risiko |
Standard ist voreingestellt. Alle Funktionen des Browsers und der Websites sind aktiv.
Sicherer schaltet Funktionen ab, die häufig für Angriffe genutzt werden. JavaScript läuft nur noch auf Seiten, die über HTTPS ausgeliefert werden. Onion-Seiten gelten dabei als sichere Verbindung.
Am sichersten erlaubt nur, was für statische Seiten und grundlegende Dienste nötig ist. JavaScript ist überall abgeschaltet. Viele moderne Websites lassen sich dann nicht mehr bedienen.
Warum JavaScript das größte Risiko ist
JavaScript ist eine Programmiersprache, die Websites in deinem Browser ausführen. Sie macht moderne Seiten interaktiv – und ist gleichzeitig eine große Angriffsfläche. Mehrere bekannt gewordene Angriffe auf Tor-Nutzer liefen über JavaScript:
- 2013 (Freedom Hosting): Onion-Seiten lieferten Schadcode aus, der eine bereits behobene Firefox-Lücke ausnutzte und Daten über die Besucher an einen fremden Server schickte. Betroffen waren Nutzer, die ihren Tor Browser nicht aktualisiert hatten.
- 2016: Ein ähnlicher JavaScript-Angriff nutzte eine Lücke in der SVG-Verarbeitung von Firefox.
In beiden Fällen hätte die Stufe „Am sichersten“ den Angriff verhindert. Bemerkenswert ist auch: Das Onion-Routing selbst wurde dabei nicht gebrochen – die Schwachstelle lag im Browser. Zudem kann JavaScript viele Eigenschaften deines Geräts abfragen und damit zur Wiedererkennung beitragen.
Mehr dazu im Artikel JavaScript im Tor Browser: Risiken und Einstellungen.
So änderst du die Sicherheitsstufe
Am Computer:
- Klicke in der Symbolleiste auf das Schild-Symbol.
- Wähle Einstellungen bzw. öffne die Sicherheitseinstellungen.
- Wähle die gewünschte Stufe.
- Speichere und starte den Browser neu.
Unter Android:
- Tippe auf das Drei-Punkte-Menü.
- Öffne Datenschutz und Sicherheit und dann Sicherheitsstufe.
- Wähle die Stufe und tippe auf Speichern und neu starten.
Du kannst die Stufe jederzeit zurücksetzen.
Welche Stufe passt zu dir?
- Du liest Nachrichten, nutzt bekannte Dienste und willst deine IP-Adresse verbergen: „Standard“ genügt.
- Du besuchst unbekannte Websites oder Onion-Seiten: „Sicherer“ ist ein guter Kompromiss.
- Du bist Journalistin, Aktivist oder Quelle mit hohem Risiko: „Am sichersten“ – und zusätzlich das Live-System Tails.
Keine eigenen Einstellungen
Es ist verlockend, einzelne Funktionen von Hand anzupassen, etwa JavaScript nur für bestimmte Seiten zu erlauben. Das ist keine gute Idee: Jede Abweichung von den vorgegebenen Stufen macht deinen Browser unterscheidbar und erleichtert die Wiedererkennung (Fingerprinting).
Das zeigte sich auch bei Tor Browser 15.0: Wer zuvor WebAssembly in der Stufe „Standard“ von Hand abgeschaltet hatte, sah seine Stufe danach als „Benutzerdefiniert“. Das Tor Project empfahl, die Änderung rückgängig zu machen und bei den vorgegebenen Stufen zu bleiben, weil manuelle Änderungen den Fingerabdruck einzigartiger machen können.
Sicherheitsstufen ersetzen keine Updates
Keine Stufe schützt vor bekannten Lücken in einer veralteten Version. Fast jede neue Tor-Browser-Version enthält Sicherheitsupdates aus Firefox – auch die aktuelle Version 15.0.25 vom 12. Oktober 2026. Installiere Updates deshalb sofort.
Häufige Fragen
Welche Sicherheitsstufe ist die richtige für mich?
Für alltägliches Surfen auf bekannten Seiten reicht „Standard“. Wer unbekannte Websites oder Onion-Seiten besucht, sollte „Sicherer“ wählen. „Am sichersten“ ist für Menschen mit hohem Risiko gedacht, die auf Komfort verzichten können.
Kann ich JavaScript nur für einzelne Seiten erlauben?
Technisch geht das über die Erweiterung NoScript, die im Tor Browser eingebaut ist. Davon ist aber abzuraten: Individuelle Ausnahmen unterscheiden dich von anderen Tor-Nutzern.
Muss ich nach dem Wechsel neu starten?
Ja. Nach dem Ändern der Stufe speicherst du die Einstellung und startest den Browser neu, damit sie vollständig wirkt.
Quellen
- Tor Project SupportSecurity settings abgerufen am 20.10.2026
- Tor Project BlogNew Release: Tor Browser 15.0 abgerufen am 20.10.2026
- LWN.netFirefox exploit used against Tor hidden service users (2013) abgerufen am 20.10.2026
- GBHackersTor users keep getting unmasked through the browser, not the onion routing abgerufen am 20.10.2026
- Tor Project BlogNew Release: Tor Browser 15.0.25 abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026