EinsteigerSicherheit und Anonymität
Sichere Passwörter und Passwortmanager
Wie ein sicheres Passwort aussieht, warum du jedes nur einmal verwenden solltest, was das BSI empfiehlt und wie ein Passwortmanager dir die Arbeit abnimmt.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Ein sicheres Passwort ist lang, zufällig und wird nur für ein einziges Konto verwendet.
- Das BSI empfiehlt lange Passwörter oder Passphrasen aus mehreren Wörtern und rät von regelmäßigem Wechsel ohne Anlass ab.
- Ein Passwortmanager erzeugt und speichert einzigartige Passwörter; du merkst dir nur noch ein Master-Passwort.
- Wiederverwendete Passwörter sind das Haupteinfallstor für Kontoübernahmen nach Datenlecks.
Inhalt
Ein sicheres Passwort ist lang, zufällig und wird nur für ein einziges Konto verwendet. Weil sich niemand Dutzende solcher Passwörter merken kann, übernimmt das ein Passwortmanager: Er erzeugt und speichert sie, und du merkst dir nur noch ein einziges, starkes Master-Passwort.
Warum Passwörter geknackt werden
Die meisten Konten werden nicht durch geniales Hacken übernommen, sondern auf drei einfache Arten:
- Wiederverwendung: Nach einem Datenleck probieren Angreifer die erbeuteten Kombinationen aus E-Mail und Passwort automatisch bei vielen anderen Diensten aus. Das nennt man Credential Stuffing. Solche Listen werden massenhaft im Darknet gehandelt.
- Erraten: Kurze oder gängige Passwörter wie „Sommer2026!“ stehen in Wortlisten und werden in Sekunden gefunden.
- Phishing: Gefälschte Anmeldeseiten fangen das Passwort ab – egal, wie stark es ist. Dagegen hilft Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Was das BSI empfiehlt
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat seine Empfehlungen in den vergangenen Jahren vereinfacht:
- Länge vor Komplexität: Lieber lange Passwörter oder Passphrasen aus mehreren Wörtern als kurze, schwer merkbare Zeichenfolgen.
- Kein Wechsel ohne Anlass: Passwörter nicht nach festem Zeitplan ändern, sondern wenn sie schwach sind oder ein Verdacht auf Missbrauch besteht.
- Passwortmanager nutzen: Sie gelten als gute Lösung zur Verwaltung vieler Passwörter.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten, wo immer es möglich ist.
So sieht ein gutes Passwort aus
| Art | Beispiel (bitte nicht verwenden) | Einschätzung |
|---|---|---|
| Kurz und „komplex“ | Pa$$w0rd! | Schwach: steht in jeder Wortliste |
| Persönlich | Max1990Berlin | Schwach: aus Daten über dich erratbar |
| Passphrase aus Zufallswörtern | Kompass-Regenwurm-Laterne-Fichte-Ozean | Stark, wenn die Wörter wirklich zufällig gewählt sind |
| Vom Passwortmanager erzeugt | 20 und mehr zufällige Zeichen | Sehr stark |
Für das Master-Passwort deines Passwortmanagers eignet sich eine Passphrase aus fünf oder mehr zufälligen Wörtern: lang, gut merkbar und schwer zu erraten. Wähle die Wörter nicht selbst aus, sondern lass sie zufällig erzeugen – etwa durch den Passwortgenerator des Managers oder mit Würfeln und einer Wortliste.
Passwortmanager: die Praxis
Ein Passwortmanager speichert alle Zugangsdaten in einem verschlüsselten Tresor. Gute Manager:
- erzeugen für jedes Konto ein neues Zufallspasswort,
- füllen Anmeldefelder nur auf der richtigen Website aus – ein eingebauter Schutz gegen Phishing-Seiten mit ähnlicher Adresse,
- verschlüsseln den Tresor auf deinem Gerät, bevor etwas in eine Cloud geht.
| Typ | Beispiel | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Lokal | KeePassXC | Volle Kontrolle, keine Cloud | Synchronisation zwischen Geräten selbst organisieren |
| Cloud-Dienst | Bitwarden und andere | Bequeme Synchronisation | Vertrauen in den Anbieter nötig |
| Im Browser | Passwortspeicher von Firefox oder Chrome | Sofort verfügbar | Weniger Funktionen, an Browser und Konto gebunden |
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter KeePassXC: Anleitung für Einsteiger.
Passwörter und anonyme Identitäten
Für anonyme Konten gelten dieselben Regeln, mit einer Ergänzung: Verwende niemals ein Passwort, das du auch für deine echte Identität nutzt oder genutzt hast. Ermittler werten Passwörter aus beschlagnahmten Datenbanken aus; beim Marktplatz Hansa sammelte die Polizei 2017 Passwörter im Klartext – bei wiederverwendeten Passwörtern ein Schlüssel zu weiteren Konten derselben Nutzer. Halte anonyme Zugangsdaten außerdem in einem eigenen, getrennten Tresor.
Prüfen, ob ein Passwort geleakt ist
Der Dienst Have I Been Pwned bietet unter „Pwned Passwords“ eine Prüfung an, ob ein Passwort in bekannten Datenlecks vorkommt. Viele Passwortmanager haben diese Prüfung eingebaut. Taucht ein Passwort auf, ändere es überall, wo du es verwendest. Mehr dazu: Prüfen, ob deine Daten im Darknet sind.
Häufige Fragen
Sollte ich meine Passwörter regelmäßig ändern?
Nein, nicht ohne Anlass. Das BSI rät davon ab. Ändere ein Passwort, wenn es schwach ist, wenn es in einem Datenleck aufgetaucht ist oder wenn du einen Missbrauch vermutest.
Ist ein Passwortmanager nicht ein großes Risiko, weil alles an einem Ort liegt?
Der Tresor ist mit einem starken Master-Passwort verschlüsselt. Das Risiko ist deutlich geringer als bei wiederverwendeten oder schwachen Passwörtern. Schütze den Manager zusätzlich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Welcher Passwortmanager ist gut?
Für lokale Speicherung ohne Cloud ist das quelloffene KeePassXC beliebt. Cloud-Dienste wie Bitwarden synchronisieren zwischen Geräten. Wichtig sind Verschlüsselung auf dem eigenen Gerät, ein starkes Master-Passwort und regelmäßige Updates.
Quellen
- MimikamaSichere Passwörter: Neue Passwort-Strategie des BSI abgerufen am 20.10.2026
- ChannelPartnerBSI fordert keinen regelmäßigen Passwort-Wechsel mehr abgerufen am 20.10.2026
- Have I Been PwnedHave I Been Pwned: Pwned Passwords abgerufen am 20.10.2026
- NotebookcheckPasswort allein reicht nicht – so sicherst du deine Konten wirklich abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026