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Identitätsdiebstahl: Ablauf und Schutz

Wie Kriminelle mit gestohlenen Daten in deinem Namen bestellen oder Konten eröffnen, woran du Identitätsdiebstahl erkennst und was du sofort tun solltest.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle deine persönlichen Daten, um in deinem Namen zu bestellen, Verträge abzuschließen, Konten zu eröffnen oder andere zu betrügen.
  • Die Daten stammen oft aus Leaks, Phishing, Schadsoftware oder Ausweiskopien, die im Darknet und auf Telegram gehandelt werden.
  • Typische Anzeichen sind unbekannte Rechnungen, Mahnungen, Inkassobriefe oder Anfragen zu Verträgen, die du nicht abgeschlossen hast.
  • Sofort Anzeige erstatten, Unternehmen informieren, Konten sichern und eine Selbstauskunft bei Auskunfteien wie der Schufa einholen.
Inhalt

Identitätsdiebstahl bedeutet, dass Kriminelle deine persönlichen Daten nutzen, um sich als du auszugeben. Sie bestellen Waren auf deinen Namen, eröffnen Konten, schließen Handyverträge ab, beantragen Kredite oder betrügen andere Menschen in deinem Namen. Die Daten dafür stammen häufig aus Datenleaks und werden im Darknet und auf Telegram gehandelt. Wer schnell reagiert, kann den Schaden begrenzen.

Wie Identitätsdiebstahl abläuft

  1. Daten beschaffen: aus Datenleaks, durch Phishing, Schadsoftware, gestohlene Post oder Ausweiskopien.
  2. Daten kombinieren: Name, Adresse, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Bankverbindung, oft ergänzt aus sozialen Netzwerken.
  3. Missbrauch: Bestellungen auf Rechnung, Konto- und Vertragseröffnungen, Übernahme bestehender Konten.
  4. Spuren verwischen: Lieferungen an Packstationen oder fremde Adressen, schnelle Weiterverkäufe.

Häufige Formen

FormBeispiel
WarenbetrugBestellungen auf Rechnung in deinem Namen, Lieferung an eine andere Adresse
KontoübernahmeFremde melden sich in deinem E-Mail-, Shopping- oder Social-Media-Konto an
VertragsbetrugHandy- oder Stromverträge auf deinen Namen
FinanzbetrugKreditanträge, Kontoeröffnungen, Missbrauch deiner Kreditkarte
Fake-ProfileProfile mit deinem Namen und Foto, um andere zu betrügen
Betrug an DrittenIn deinem Namen werden Waren verkauft, die nie geliefert werden

Anzeichen

  • Rechnungen, Mahnungen oder Inkassobriefe für Bestellungen, die du nicht kennst.
  • Pakete oder Bestätigungen für Bestellungen, die du nicht getätigt hast.
  • Plötzliche Abmeldungen aus deinen Konten oder Hinweise auf neue Anmeldungen.
  • Anfragen von Banken oder Auskunfteien zu Verträgen, die du nicht abgeschlossen hast.
  • Menschen, die sich bei dir über Betrug durch „dich“ beschweren.

Was du sofort tun solltest

  1. Anzeige erstatten bei der Polizei, online oder vor Ort. Die Anzeige hilft dir gegenüber Händlern und Inkassounternehmen.
  2. Unternehmen informieren: Widersprich Forderungen schriftlich, lege die Anzeige bei und fordere eine Sperrung.
  3. Konten sichern: Passwörter ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, angemeldete Geräte prüfen.
  4. Bank und Kreditkarte prüfen: Unbekannte Abbuchungen melden, Karten bei Bedarf sperren lassen.
  5. Selbstauskunft einholen: Eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bei Auskunfteien wie der Schufa zeigt, welche Verträge und Anfragen unter deinem Namen gespeichert sind. Falsche Einträge kannst du berichtigen lassen.
  6. Fake-Profile melden bei der jeweiligen Plattform.
  7. Dokumentieren: Schreiben, E-Mails, Screenshots und Aktenzeichen sammeln.

Vorbeugen

  • Einzigartige Passwörter und ein Passwortmanager verhindern, dass ein Leak viele Konten öffnet.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail, Online-Banking und Shopping-Konten.
  • Sparsam mit Daten: Geburtsdatum und Adresse nicht öffentlich teilen.
  • Ausweiskopien schwärzen und als Kopie kennzeichnen.
  • Phishing erkennen: Keine Daten über Links aus Mails oder SMS eingeben. Siehe Social Engineering erkennen.
  • Leaks prüfen: Mit seriösen Diensten regelmäßig prüfen, ob deine Daten betroffen sind. Siehe Prüfen, ob deine Daten im Darknet sind.

Häufige Fragen

Muss ich für Bestellungen zahlen, die ich nicht getätigt habe?

Nein, ein Vertrag mit dir ist nicht zustande gekommen. Widersprich der Forderung schriftlich, lege eine Kopie deiner Strafanzeige bei und fordere den Händler oder das Inkassounternehmen auf, deine Daten zu sperren.

Darf ich eine Kopie meines Personalausweises verschicken?

Das ist erlaubt, aber riskant. Viele Betrüger nutzen Ausweiskopien. Du darfst nicht benötigte Daten auf der Kopie schwärzen und solltest sie als Kopie kennzeichnen. Gib Ausweiskopien nur an vertrauenswürdige Stellen.

Wie erfahre ich, ob jemand in meinem Namen Kredite beantragt hat?

Mit einer kostenlosen Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bei Auskunfteien wie der Schufa. Dort siehst du, welche Verträge und Anfragen unter deinem Namen gespeichert sind.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale NRWSo finden Sie heraus, ob Ihre Login-Daten gestohlen wurden abgerufen am 20.10.2026
  2. t3nDatenleck? Leak-Checker, Schufa und Passwortmanager: So prüfst du Identitätsdiebstahl abgerufen am 20.10.2026
  3. BundesregierungBundeslagebild Cybercrime 2025: Internetkriminalität auf hohem Niveau abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

Redaktion

Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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