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Seriöse Onion-Seiten von Medien und Organisationen

Welche Medien, Dienste und Organisationen Onion-Seiten anbieten – von BBC bis Facebook –, warum sie das tun und wie du die echte Adresse sicher findest.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele seriöse Anbieter betreiben eigene Onion-Seiten, darunter BBC, Deutsche Welle, New York Times, ProPublica, die taz, Facebook und X (Twitter).
  • Sie wollen Menschen in Ländern mit Zensur erreichen und Nutzern zusätzliche Privatsphäre bieten.
  • Facebook startete seine Onion-Seite 2014 und zählte 2016 über eine Million monatliche Nutzer über Tor.
  • Die echte Adresse findest du auf der offiziellen Website des Anbieters oder über die Schaltfläche ‚.onion verfügbar‘ im Tor Browser.
Inhalt

Das Darknet besteht nicht nur aus Märkten und Hackerforen. Zahlreiche seriöse Medien, Dienste und Organisationen betreiben eigene Onion-Seiten: die BBC, die Deutsche Welle, die New York Times, ProPublica, die taz, Facebook und X (Twitter). Sie wollen Menschen in Ländern mit Zensur erreichen und allen Nutzern zusätzliche Privatsphäre bieten.

Wer Onion-Seiten anbietet

BereichBeispieleWarum
NachrichtenmedienBBC, Deutsche Welle, New York Times, ProPublica, tazZugang trotz Zensur in Ländern wie China, Iran oder Vietnam
Soziale NetzwerkeFacebook (seit 2014), X/Twitter (seit 2022)Zugang in Ländern mit Sperren, mehr Privatsphäre
SuchmaschinenDuckDuckGo, AhmiaSuchen ohne Verlassen des Tor-Netzwerks
DatenschutzdiensteE-Mail-Anbieter wie Proton Mail, das Tor Project selbstZusätzlicher Schutz für Nutzer
WhistleblowingSecureDrop-Instanzen von RedaktionenAnonyme Übermittlung von Dokumenten

Die Vorreiter

ProPublica startete 2016 als eines der ersten großen Medien eine Onion-Seite. Facebook war schon im Oktober 2014 vorausgegangen und zählte im April 2016 über eine Million Menschen, die das Netzwerk monatlich über Tor nutzten – nach 525.000 im Jahr zuvor. Im März 2022 folgte Twitter (heute X) mit einem eigenen Onion-Service. Die BBC begründete ihren Start 2019 ausdrücklich mit Sperren in Ländern wie China, Iran und Vietnam.

Mehr zur Bedeutung für Menschen in Zensurstaaten: Darknet und Zensur.

Warum eine Onion-Seite besser ist als die normale Seite über Tor

Du kannst jede normale Website über den Tor Browser öffnen. Die Onion-Version hat trotzdem Vorteile:

  1. Kein Exit-Node: Die Verbindung bleibt vollständig im Tor-Netzwerk. Kein Exit-Node kann den Verkehr sehen oder verändern.
  2. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Sie ist im Onion-Protokoll eingebaut.
  3. Schwer zu sperren: Eine Onion-Seite hat keine Domain, die ein Staat sperren könnte.
  4. Echtheit: Die Adresse ist kryptografisch an den Schlüssel des Betreibers gebunden.

Wie das technisch funktioniert, erklärt Onion-Services erklärt.

So findest du die echte Adresse

Weil gerade bekannte Namen gern gefälscht werden, gilt eine einfache Regel: Die Adresse kommt vom Anbieter selbst.

  • Schaltfläche „.onion verfügbar“: Öffnest du die normale Website eines Anbieters im Tor Browser, zeigt der Browser bei unterstützenden Seiten eine Schaltfläche in der Adresszeile an. Ein Klick führt zur echten Onion-Version.
  • Offizielle Website: Viele Anbieter nennen ihre Onion-Adresse auf einer Hilfe- oder Sicherheitsseite.
  • Lesezeichen: Einmal geprüft, speicherst du die Adresse als Lesezeichen.

Adressen aus Verzeichnissen oder Suchmaschinen solltest du nicht ungeprüft übernehmen – auch für seriöse Seiten gibt es Phishing-Kopien. Siehe Onion-Verzeichnisse und ihre Risiken.

Was Onion-Seiten nicht leisten

Eine Onion-Seite schützt den Weg zum Anbieter, nicht vor dem Anbieter selbst. Wer sich bei Facebook über Tor anmeldet, ist für Facebook weiterhin mit seinem Konto bekannt. Anonymität entsteht nur, wenn auch dein Verhalten dazu passt. Grundlagen dazu: OPSEC-Grundlagen.

Häufige Fragen

Warum nennt ihr die Onion-Adressen nicht?

Weil Adressen sich ändern können und Kopien von Artikeln schnell veralten. Verlässlich ist nur die Quelle selbst: die offizielle Website des Anbieters. Der Tor Browser führt dich bei unterstützenden Seiten zudem automatisch zur Onion-Version.

Was bringt eine Onion-Seite, wenn ich die normale Seite auch über Tor öffnen kann?

Mehr Sicherheit: Die Verbindung bleibt vollständig im Tor-Netzwerk und ist Ende-zu-Ende verschlüsselt, kein Exit-Node sieht den Verkehr. Außerdem lässt sich eine Onion-Seite nicht über Domainsperren blockieren.

Ist es legal, diese Seiten zu besuchen?

Ja. Die Onion-Seiten seriöser Anbieter sind schlicht ein anderer Zugang zu denselben legalen Inhalten.

Quellen

  1. WikipediaFacebook onion address abgerufen am 20.10.2026
  2. NextgovA Million People Now Access Facebook on the 'Dark Web' Every Month abgerufen am 20.10.2026
  3. TechCrunchTwitter launches a Tor onion service abgerufen am 20.10.2026
  4. WikipediaAhmia abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

Redaktion

Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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