FortgeschrittenDarknet-Märkte

Monopoly Market und Operation SpecTor

Monopoly Market war ein Drogenmarkt ohne interne Guthaben. Wie die Server 2021 beschlagnahmt wurden und das zu 288 Festnahmen weltweit führte.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 2 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Monopoly Market war von 2019 bis Dezember 2021 aktiv und auf Drogen spezialisiert.
  • Der Markt führte keine internen Guthaben – ein Modell, das das Risiko eines Exit-Scams verringern sollte.
  • Ermittler stellten die Server im Dezember 2021 sicher. Die Auswertung führte 2023 zu Operation SpecTor mit 288 Festnahmen in neun Ländern.
  • Ein Betreiber aus Serbien und Kroatien wurde im Februar 2024 in den USA zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Inhalt

Monopoly Market war ein Darknet-Markt für Drogen, der von 2019 bis Ende 2021 lief. Er warb damit, keine Guthaben seiner Nutzer zu verwahren. Gegen die Polizei half das nicht: Die Server wurden im Dezember 2021 sichergestellt, und ihre Auswertung führte 2023 zu einer der größten Aktionen gegen Darknet-Händler.

Steckbrief

Zeitraum2019 – Dezember 2021
AngebotDrogen, darunter Opioide, Stimulanzien und Medikamente
ModellOhne interne Guthaben; Händler zahlten in der Regel 5 Prozent Provision
UmsatzLaut FBI über 18 Mio. US-Dollar
EndeSicherstellung der Server im Dezember 2021
FolgeoperationOperation SpecTor, Mai 2023

Ein Markt ohne Guthaben

Die meisten Märkte verlangen, dass Käufer Geld auf ein Konto beim Markt einzahlen. Diese Guthaben sind die Beute bei Exit-Scams. Monopoly verzichtete darauf: Ohne große Summen beim Markt sollte ein Exit-Scam weniger lohnend sein. Für Nutzer hieß das aber auch: Es gab kein klassisches Escrow, das Käufer vor Betrug durch Händler schützte.

Das Ende

Der Markt verschwand Ende 2021, etwa zwei Monate nach der Schließung von White House Market. Viele Nutzer vermuteten einen Exit-Scam. Tatsächlich hatten Ermittler die Server sichergestellt; die Abschaltung wird deutschen Behörden zugeschrieben.

Operation SpecTor

Im Mai 2023 machten Europol und das US-Justizministerium bekannt, was aus den Daten geworden war: Bei Operation SpecTor wurden in neun Ländern 288 Personen festgenommen, die über Monopoly und andere Märkte gehandelt hatten. Beschlagnahmt wurden rund 53 Millionen US-Dollar in bar und Kryptowährung, etwa 850 Kilogramm Drogen und 117 Waffen.

Der Betreiber

DatumEreignis
November 2022Festnahme eines Mannes mit serbischer und kroatischer Staatsangehörigkeit in Österreich
23. Juni 2023Auslieferung in die USA
8. November 2023Schuldbekenntnis
Februar 2024Urteil: 14 Jahre Haft sowie Einziehung von Bargeld und Kryptowährung

Laut US-Justizministerium führten die Daten der Server und Bitcoin-Wallets, auf denen Provisionen eingingen, zu ihm. Wie solche Spuren entstehen, erklärt Blockchain-Analyse erklärt.

Was der Fall zeigt

Ein Markt ohne Guthaben schützt Nutzer vor einem Risiko, aber nicht vor dem größten: Wer die Server übernimmt, erhält Bestellungen, Nachrichten und Händlerdaten. Monopoly ist neben Hansa und Wall Street Market ein Beispiel dafür, wie beschlagnahmte Daten noch Jahre später zu Festnahmen führen.

Häufige Fragen

Was bedeutet ‚ohne interne Guthaben‘?

Käufer zahlten nicht zuerst auf ein Konto beim Markt ein. Dadurch lagen beim Markt keine großen Summen, die Betreiber bei einem Exit-Scam hätten mitnehmen können. Vor Ermittlungen schützte das Modell nicht.

Wie wurde der Betreiber identifiziert?

Laut US-Justizministerium über die Auswertung der beschlagnahmten Server und über Bitcoin-Wallets, auf denen die Provisionen eingingen.

Warum hielten viele Nutzer das Ende zunächst für einen Exit-Scam?

Weil der Markt ohne Erklärung verschwand. Erst 2023 wurde öffentlich bekannt, dass Ermittler die Infrastruktur übernommen hatten.

Quellen

  1. U.S. Department of JusticeSerbian Citizen Sentenced to 14 Years in Prison for Operating Monopoly Narcotics Marketplace on the Dark Web abgerufen am 21.10.2026
  2. WikipediaOperation SpecTor abgerufen am 21.10.2026
  3. SC MediaFBI, Europol operation SpecTor abgerufen am 21.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

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Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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