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OnionShare: Dateien anonym teilen

Mit OnionShare Dateien über Tor senden und empfangen, eine Website veröffentlichen oder einen Chat eröffnen – ohne Server und ohne Konto.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • OnionShare macht deinen Rechner für kurze Zeit zu einem Onion-Dienst: Andere laden Dateien direkt über Tor bei dir herunter.
  • Es gibt vier Modi: Dateien teilen, Dateien empfangen, Website veröffentlichen und Chat.
  • Es braucht weder Server noch Konto; die Übertragung ist durchgehend verschlüsselt und anonym.
  • Die aktuelle Version ist 2.6.3; OnionShare ist in Tails enthalten und auch für Android und iOS verfügbar.
Inhalt

OnionShare ist ein kostenloses, quelloffenes Programm, mit dem du Dateien anonym über das Tor-Netzwerk teilst. Es macht deinen Computer für die Dauer der Freigabe zu einem Onion-Dienst: Der Empfänger lädt die Dateien direkt bei dir herunter – ohne Cloud-Anbieter, ohne Konto, ohne dass jemand die IP-Adresse des anderen erfährt. Entwickelt wurde es von Micah Lee; aktuell ist Version 2.6.3.

Die vier Modi

ModusWas er tut
Dateien teilenAndere laden ausgewählte Dateien von deinem Rechner herunter
Dateien empfangenAndere laden Dateien zu dir hoch – wie ein anonymer Briefkasten
Website veröffentlichenEine statische Website (ohne JavaScript) als Onion-Dienst bereitstellen
ChatEinen kurzlebigen, anonymen Chatraum eröffnen, der nichts speichert

Wie es funktioniert

Beim Start einer Freigabe erzeugt OnionShare einen Onion-Dienst mit eigener .onion-Adresse. Die Verbindung zwischen Empfänger und dir läuft über sechs Tor-Relays und ist durchgehend verschlüsselt. Weil die Adresse an einen kryptografischen Schlüssel gebunden ist, kann niemand eine gefälschte Freigabe unter derselben Adresse anbieten.

Standardmäßig sind Freigaben privat: Zusätzlich zur Adresse erhält der Empfänger einen privaten Schlüssel. Ohne ihn kommt niemand an die Dateien – selbst wenn die Adresse bekannt würde. Technisch nutzt OnionShare dafür die Client-Autorisierung von Onion-Diensten.

Schritt für Schritt: Dateien teilen

  1. Installieren: OnionShare von der offiziellen Website laden (Windows, macOS, Linux). In Tails ist es bereits enthalten; für Android und iOS gibt es Apps.
  2. Verbinden: Beim Start verbindet sich OnionShare mit Tor, bei Bedarf über eine Bridge.
  3. Modus wählen: „Dateien teilen“.
  4. Dateien hinzufügen: Per Drag-and-drop oder über den Dateidialog.
  5. Optionen prüfen: Etwa „Freigabe nach dem Senden der Dateien beenden“, damit der Zugang nach dem ersten Download automatisch endet.
  6. Starten: OnionShare zeigt die Onion-Adresse und den privaten Schlüssel.
  7. Übermitteln: Schicke Adresse und Schlüssel über einen verschlüsselten Kanal, etwa Signal.
  8. Warten: Der Empfänger öffnet die Adresse im Tor Browser und gibt den Schlüssel ein. Lass OnionShare so lange laufen.

Die genauen Bezeichnungen können je nach Version leicht abweichen.

Dateien anonym empfangen

Im Modus „Dateien empfangen“ entsteht ein anonymer Briefkasten: Wer die Adresse kennt, kann dir Dateien hochladen, ohne dass du erfährst, wer er ist – und ohne dass er erfährt, wer du bist. Das eignet sich für kleine Redaktionen oder Organisationen, die kurzfristig Hinweise annehmen wollen. Für den dauerhaften, professionellen Betrieb ist SecureDrop gebaut.

Sicherheitstipps

  • Adresse und Schlüssel getrennt oder verschlüsselt übermitteln. Wer beides hat, kommt an die Dateien.
  • Metadaten entfernen, bevor du Dokumente oder Fotos teilst – siehe Metadaten aus Dateien entfernen.
  • Freigaben kurz halten und nach dem Download beenden.
  • Öffentliche Freigaben (ohne privaten Schlüssel) nur für Inhalte nutzen, die jeder sehen darf.

Häufige Fragen

Muss der Empfänger OnionShare installieren?

Nein. Der Empfänger braucht nur den Tor Browser, um die Onion-Adresse aufzurufen.

Wie lange ist eine Freigabe erreichbar?

Nur so lange, wie OnionShare auf deinem Rechner läuft und die Freigabe aktiv ist. Schließt du das Programm oder geht der Rechner offline, ist die Adresse nicht mehr erreichbar.

Ist OnionShare sicherer als ein Cloud-Link?

Für vertrauliche Daten in der Regel ja: Es gibt keinen Anbieter, der die Dateien speichert, und weder Absender noch Empfänger geben ihre IP-Adresse preis. Wichtig ist, die Adresse sicher zu übermitteln.

Quellen

  1. WikipediaOnionShare abgerufen am 20.10.2026
  2. Tails / Tor ProjectAbout Tails (OnionShare enthalten) abgerufen am 20.10.2026
  3. Tor Project CommunityClient authorization abgerufen am 20.10.2026
  4. Tor Project CommunityHow do Onion Services work? abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

Redaktion

Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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