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SecureDrop erklärt
Wie SecureDrop funktioniert: Quellen senden Dokumente über einen Onion-Dienst, Journalisten entschlüsseln offline. Aufbau, Ablauf und Regeln.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- SecureDrop ist ein quelloffenes System, mit dem Redaktionen über einen Onion-Dienst anonym Dokumente und Nachrichten von Quellen empfangen.
- Quellen nutzen den Tor Browser oder besser Tails; sie erhalten einen zufälligen Codenamen für spätere Rückfragen.
- Entschlüsselt wird nur auf einem Rechner, der nie mit einem Netzwerk verbunden ist.
- Gepflegt wird SecureDrop seit 2013 von der Freedom of the Press Foundation; in Deutschland nutzt es unter anderem Der Spiegel.
Inhalt
SecureDrop ist ein quelloffenes System, mit dem Redaktionen anonym Dokumente und Nachrichten von Quellen empfangen. Die Quelle lädt ihr Material über einen Onion-Dienst hoch; die Redaktion erfährt dabei weder ihre IP-Adresse noch ihre Identität. Entwickelt und gepflegt wird SecureDrop seit Oktober 2013 von der gemeinnützigen Freedom of the Press Foundation.
Herkunft
Die erste Version schrieb der Programmierer Aaron Swartz 2012 unter dem Namen „DeadDrop“; der Journalist Kevin Poulsen betreute das Projekt anfangs, James Dolan entwarf das Sicherheitskonzept. Die Zeitschrift The New Yorker setzte es im Mai 2013 als erste Redaktion ein. Im Oktober 2013 übernahm die Freedom of the Press Foundation das Projekt und benannte es in SecureDrop um.
Der Aufbau
| Komponente | Aufgabe |
|---|---|
| Quellen-Oberfläche | Öffentlicher Onion-Dienst, über den Quellen Material hochladen |
| Journalisten-Oberfläche | Geschützter, nur für berechtigte Personen zugänglicher Onion-Dienst |
| Anwendungsserver | Eigene Hardware in den Räumen der Redaktion, hinter einer Firewall; speichert Einsendungen verschlüsselt |
| Arbeitsplatz der Journalisten | Läuft mit Tails; lädt verschlüsselte Einsendungen herunter |
| Sicherer Sichtungsrechner | Nie mit einem Netzwerk verbunden („air-gapped“); nur hier liegt der Schlüssel zum Entschlüsseln |
Weil der Server bei der Redaktion steht und der Schlüssel nur auf einem Offline-Rechner liegt, kann selbst ein Angreifer, der den Server übernimmt, die Einsendungen nicht lesen.
Der Ablauf für Quellen
- Sicheres Umfeld wählen: Nie ein Dienstgerät und nie das Netz des Arbeitgebers nutzen. Am besten ein privater Rechner mit Tails, idealerweise in einem öffentlichen WLAN, das nicht mit dir in Verbindung steht.
- Adresse beschaffen: Die Onion-Adresse von der offiziellen Website der Redaktion oder aus dem Verzeichnis auf securedrop.org übernehmen.
- Aufrufen: Die Adresse im Tor Browser öffnen. SecureDrop empfiehlt, die Sicherheitsstufe „Am sichersten“ zu wählen.
- Codenamen notieren: Beim ersten Besuch erhältst du einen zufälligen Codenamen aus mehreren Wörtern. Bewahre ihn sicher auf – er ist dein einziger Weg, später Antworten zu lesen.
- Material und Nachricht hochladen.
- Später wiederkommen: Mit dem Codenamen prüfen, ob die Redaktion Rückfragen gestellt hat.
Was SecureDrop nicht leisten kann
SecureDrop schützt den Übertragungsweg. Es kann nicht verhindern, dass dich der Inhalt verrät:
- Metadaten in Dateien wie Autor, Gerät oder Bearbeitungsverlauf – vorher entfernen, siehe Metadaten aus Dateien entfernen.
- Kleine Personenkreise: Wenn nur wenige Menschen Zugang zu einem Dokument hatten, ist die Quelle schnell eingegrenzt.
- Druckerkennungen: Manche Farblaserdrucker drucken unsichtbare Punkte, die den Drucker identifizieren können. Scans von Ausdrucken sind deshalb riskant.
- Zugriffsprotokolle beim Arbeitgeber, die zeigen, wer welche Dateien geöffnet hat.
Sprich, wenn möglich, mit der Redaktion ab, wie das Material aufbereitet wird, damit es nicht im Original veröffentlicht wird.
Wer SecureDrop nutzt
Das offizielle Verzeichnis listet Medien aus vielen Ländern, darunter in Deutschland Der Spiegel sowie international etwa die Financial Times, Bloomberg, den kanadischen Sender CBC und den Rechercheverbund Forbidden Stories. Die vollständige, aktuelle Liste steht auf securedrop.org.
Wie Journalisten und Whistleblower das Darknet nutzen, erklären Das Darknet im Journalismus und Whistleblower und das Darknet.
Häufige Fragen
Wie finde ich die SecureDrop-Adresse einer Redaktion?
Auf der offiziellen Website der Redaktion oder im Verzeichnis auf securedrop.org. Übernimm die Adresse nie aus Foren oder sozialen Netzwerken.
Weiß die Redaktion, wer ich bin?
Nicht, solange du es ihr nicht selbst mitteilst. Das System überträgt weder deine IP-Adresse noch andere Kennungen. Der Inhalt deiner Dokumente kann dich aber verraten.
Kann ich auf Antworten der Redaktion reagieren?
Ja. Mit deinem Codenamen meldest du dich später erneut an, liest Rückfragen und antwortest. Verlierst du den Codenamen, ist keine Fortsetzung möglich.
Quellen
- SecureDrop DocumentationWhat Is SecureDrop? abgerufen am 20.10.2026
- Freedom of the Press FoundationSecureDrop Directory abgerufen am 20.10.2026
- Electronic Frontier FoundationPrinter Tracking Dots abgerufen am 20.10.2026
- Tails / Tor ProjectAbout Tails abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026