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Verschlüsselte E-Mail-Anbieter im Vergleich

Proton Mail, Tuta, Posteo und mailbox.org im Vergleich: Verschlüsselung, PGP, Standort, Anmeldung, Preis – und was E-Mail nicht schützen kann.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein E-Mail-Anbieter verschlüsselt automatisch Ende-zu-Ende an beliebige Empfänger; Absender, Empfänger und Zeitpunkt bleiben sichtbar.
  • Proton Mail und Tuta verschlüsseln Nachrichten zwischen eigenen Nutzern automatisch; Tuta verschlüsselt auch Betreffzeilen.
  • Posteo und mailbox.org aus Berlin setzen auf PGP und datensparsame Konten; bei Posteo ist Barzahlung möglich.
  • Für wirklich vertrauliche Kommunikation sind Messenger wie Signal meist die bessere Wahl.
Inhalt

Ein verschlüsselter E-Mail-Anbieter schützt deine Nachrichten besser als die großen Gratisdienste – aber nie vollständig. Proton Mail und Tuta verschlüsseln Mails zwischen ihren eigenen Nutzern automatisch Ende-zu-Ende. Posteo und mailbox.org aus Berlin setzen auf PGP und datensparsame Konten. Bei allen bleiben Absender, Empfänger und Zeitpunkt sichtbar.

Die Anbieter im Vergleich

Proton MailTutaPosteomailbox.org
SitzSchweizHannoverBerlinBerlin
Automatische Ende-zu-Ende-VerschlüsselungZwischen Proton-NutzernZwischen Tuta-NutzernNeinNein
PGP mit beliebigen PartnernJaNeinJaJa (mailbox.org Guard)
Betreff verschlüsselt (intern)–Ja––
Quantenresistente Verschlüsselung–Ja, für neue Konten seit März 2024––
Gratis-TarifJaJaNeinNein
Preis (Einstieg)Gratis, BezahltarifeGratis, BezahltarifeRund 1 € pro MonatStandard 3 € pro Monat bei jährlicher Zahlung (ab 31.8.2026); günstigerer Light-Tarif
Anmeldung ohne Personendaten (laut Anbieter)––Ja, Barzahlung möglich–

Proton Mail

Nachrichten zwischen Proton-Nutzern sind automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt, technisch mit PGP. An externe Empfänger verschlüsselt Proton nur, wenn deren öffentlicher PGP-Schlüssel hinterlegt ist. Die Verschlüsselung findet im Browser oder in der App statt – mit Code, den Proton bereitstellt; man muss dem Unternehmen also vertrauen.

Wichtig: Auch ein Schweizer Anbieter muss rechtmäßige Anordnungen befolgen. 2021 protokollierte Proton auf Anordnung eines Schweizer Gerichts die IP-Adresse eines französischen Klimaaktivisten. Inhalte gab es nicht heraus – aber die IP-Adresse genügte zur Identifizierung.

Tuta

Tuta (früher Tutanota) aus Hannover verschlüsselt Mails zwischen Tuta-Nutzern Ende-zu-Ende – einschließlich Betreffzeilen und Anhängen; Absender, Empfänger und Zeitstempel bleiben unverschlüsselt. Seit März 2024 nutzen neue Konten ein Verfahren namens TutaCrypt mit zusätzlichem Schutz gegen künftige Quantencomputer. PGP unterstützt Tuta nicht. Kostenlose Konten werden gelöscht, wenn sie sechs Monate nicht genutzt werden. Der Code ist seit 2014 quelloffen.

Posteo

Posteo aus Berlin kostet rund einen Euro im Monat und erhebt laut eigenen Angaben bei der Anmeldung keine persönlichen Daten; IP-Adressen werden nicht protokolliert, Zahlungsdaten getrennt vom Konto gespeichert, und man kann bar per Brief bezahlen. PGP lässt sich im Webmailer nutzen, zusätzlich kann das Postfach mit einem eigenen Passwort verschlüsselt werden. Ohne diese Option ist Posteo ein klassischer Anbieter, der gespeicherte Mails auf rechtliche Anordnung herausgeben kann.

mailbox.org

mailbox.org aus Berlin bietet E-Mail mit PGP-Verschlüsselung über die Funktion „mailbox.org Guard“ sowie Cloud-Speicher und Office-Funktionen. Der Standard-Tarif kostet ab dem 31. August 2026 drei Euro im Monat bei jährlicher Zahlung; gleichzeitig wurde der Speicher auf 20 GB verdoppelt.

Was E-Mail grundsätzlich nicht schützt

  • Metadaten: Absender, Empfänger, Zeitpunkt und Größe sind bei jeder E-Mail sichtbar – auch bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  • Betreffzeilen: Bei PGP-Mails in der Regel unverschlüsselt.
  • Keine Forward Secrecy: Wird ein privater Schlüssel später gestohlen, lassen sich alte Mails entschlüsseln.
  • Der Partner: Schreibt dein Gegenüber bei einem großen Gratisdienst ohne Verschlüsselung, liegt die Mail dort im Klartext.

Für wirklich vertrauliche Gespräche sind Messenger wie Signal deshalb meist besser geeignet. Siehe Sichere Messenger im Überblick.

Tipps für anonyme E-Mail

  1. Konto über den Tor Browser anlegen und nur über Tor nutzen.
  2. Keine echte Telefonnummer oder Zweit-E-Mail-Adresse hinterlegen, wenn sie zu dir führt.
  3. Zahlung nicht mit eigener Kreditkarte, wenn Anonymität wichtig ist.
  4. Für jede Identität eine eigene Adresse.

Häufige Fragen

Welcher Anbieter ist der beste?

Das hängt vom Ziel ab. Für automatische Verschlüsselung zwischen Nutzern desselben Dienstes eignen sich Proton Mail oder Tuta. Wer PGP mit beliebigen Partnern nutzen und deutsche Anbieter bevorzugt, ist bei Posteo oder mailbox.org gut aufgehoben.

Kann ich eine E-Mail-Adresse anonym anlegen?

Bei Posteo werden laut eigenen Angaben keine persönlichen Daten bei der Anmeldung erhoben, und eine Barzahlung per Brief ist möglich. Für Anonymität solltest du das Konto zusätzlich nur über Tor nutzen.

Gibt ein Schweizer Anbieter keine Daten heraus?

Doch. Auch Schweizer Anbieter müssen rechtmäßige Anordnungen befolgen. Proton Mail protokollierte 2021 auf Anordnung eines Schweizer Gerichts die IP-Adresse eines französischen Klimaaktivisten.

Quellen

  1. Freedom of the Press FoundationUsing Proton Mail like a pro abgerufen am 20.10.2026
  2. WikipediaTuta (email) abgerufen am 20.10.2026
  3. PrivacyTools.ioPosteo abgerufen am 20.10.2026
  4. Deskmoddermailbox.org erhöht Preise und verdoppelt den Speicher im Standard-Tarif abgerufen am 20.10.2026
  5. mailbox.org Knowledge BaseActivate your mailbox.org Guard abgerufen am 20.10.2026
  6. Freedom of the Press FoundationMetadata 102 abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

Redaktion

Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.

Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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