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Datenleaks im Darknet
Was Datenleaks sind, wie gestohlene Daten ins Darknet gelangen, wo sie gehandelt werden, welche Daten besonders wertvoll sind und was das für Betroffene heißt.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Datenleak entsteht, wenn Daten durch Hackerangriffe, Fehler oder Insider unbefugt nach außen gelangen.
- Gestohlene Daten werden in Foren, auf Märkten, in Telegram-Kanälen und auf Leak-Seiten von Ransomware-Gruppen angeboten oder veröffentlicht.
- Besonders gefragt sind Zugangsdaten, Kreditkarten- und Ausweisdaten; viele Datensätze werden immer wieder neu kombiniert.
- Der HPI Identity Leak Checker kennt rund 19 Milliarden, Have I Been Pwned rund 17,8 Milliarden geleakte Datensätze.
Inhalt
Ein Datenleak – auch Datenleck oder Data Breach – entsteht, wenn Daten unbefugt nach außen gelangen: durch einen Hackerangriff, eine falsch konfigurierte Datenbank, einen Fehler oder einen Insider. Viele dieser Daten landen früher oder später im Darknet, in Untergrundforen oder Telegram-Kanälen. Dort werden sie verkauft, getauscht oder kostenlos veröffentlicht – und für Betrug und weitere Angriffe genutzt.
Wie Daten ins Darknet gelangen
| Quelle | Beispiel |
|---|---|
| Hackerangriffe auf Unternehmen | Diebstahl ganzer Kundendatenbanken |
| Ransomware | Gestohlene Daten werden auf Leak-Seiten veröffentlicht, wenn Opfer nicht zahlen |
| Schadsoftware auf Privatgeräten | Sogenannte Infostealer lesen gespeicherte Passwörter und Cookies aus |
| Phishing | Nutzer geben Zugangsdaten auf gefälschten Seiten ein |
| Fehlkonfiguration | Öffentlich zugängliche Datenbanken ohne Passwort |
| Insider | Mitarbeitende geben Daten weiter |
Eine besondere Rolle spielen Infostealer: Schadprogramme, die auf infizierten Rechnern Passwörter, Browserdaten und Kryptowallets auslesen. Der Infostealer Lumma wurde nach FBI-Angaben mit rund 10 Millionen Infektionen in Verbindung gebracht, bevor Microsoft, Europol und das FBI im Mai 2025 rund 2.300 Domains seiner Infrastruktur abschalteten.
Wo die Daten gehandelt werden
- Leak-Foren: Foren wie RaidForums und BreachForums waren jahrelang zentrale Umschlagplätze. Laut US-Justiz wurden allein auf RaidForums Datenbanken mit mehr als 10 Milliarden Einträgen gehandelt. Siehe BreachForums: Geschichte und Zerschlagungen.
- Märkte und Shops: Spezialisierte Shops verkaufen Kreditkarten oder Zugangsdaten.
- Telegram-Kanäle: Daten werden zunehmend über Messenger verbreitet.
- Leak-Seiten von Ransomware-Gruppen: Hier landen Firmendaten, Verträge und personenbezogene Daten von Kunden und Mitarbeitenden.
Welche Daten besonders gefragt sind
| Datenart | Wofür sie missbraucht wird |
|---|---|
| E-Mail-Adresse und Passwort | Anmeldung bei anderen Diensten, wenn das Passwort wiederverwendet wurde |
| Sitzungs-Cookies | Anmeldung ohne Passwort und zweiten Faktor |
| Kreditkartendaten | Betrügerische Einkäufe |
| Ausweisdaten, Adresse, Geburtsdatum | Identitätsdiebstahl, Kontoeröffnungen, Kreditbetrug |
| Telefonnummer | Phishing per SMS und Anruf, Übernahme von Konten |
| Gesundheits- oder Finanzdaten | Erpressung, gezielter Betrug |
Riesige Sammlungen
Daten aus vielen Leaks werden immer wieder zusammengeführt und neu verbreitet. Deshalb tauchen in den Datenbanken von Leak-Checkern Milliarden Einträge auf: Der HPI Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts kennt nach eigenen Angaben rund 19 Milliarden Datensätze, Have I Been Pwned rund 17,8 Milliarden. Wie du sie nutzt, erklärt Prüfen, ob deine Daten im Darknet sind.
Was das für dich bedeutet
Ein Leak bei einem einzelnen Dienst wird gefährlich, wenn du dort dasselbe Passwort nutzt wie anderswo – dann probieren Angreifer es automatisiert bei vielen Diensten aus. Das nennt man Credential Stuffing. Die wirksamsten Gegenmittel sind einzigartige Passwörter, ein Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Was konkret zu tun ist, erklärt Was tun nach einem Datenleak?.
Häufige Fragen
Woher weiß ich, ob ein Leak mich betrifft?
Unternehmen müssen Betroffene nach der DSGVO informieren, wenn ein hohes Risiko besteht. Zusätzlich kannst du mit Leak-Checkern prüfen, ob deine E-Mail-Adresse in bekannten Leaks auftaucht.
Was passiert mit geleakten Daten?
Sie werden für Betrug, Phishing, Identitätsdiebstahl und automatisierte Anmeldeversuche bei anderen Diensten genutzt. Häufig werden Daten aus vielen Leaks zu großen Sammlungen zusammengeführt.
Kann man geleakte Daten wieder entfernen?
Praktisch nicht. Einmal verbreitete Daten werden kopiert und weitergegeben. Du kannst aber verhindern, dass sie Schaden anrichten, etwa indem du Passwörter änderst und Konten mit einem zweiten Faktor schützt.
Quellen
- Verbraucherzentrale NRWSo finden Sie heraus, ob Ihre Login-Daten gestohlen wurden abgerufen am 20.10.2026
- WikipediaBreachForums abgerufen am 20.10.2026
- U.S. Department of JusticeUnited States leads seizure of one of the world's largest hacker forums and arrests administrator abgerufen am 20.10.2026
- The Hacker NewsFBI and Europol disrupt Lumma Stealer malware network abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.
Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026