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Was ist das Darknet? Einfach erklärt
Das Darknet einfach erklärt: was es ist, wie man hineinkommt, wofür es genutzt wird und wie es sich vom Deep Web unterscheidet – mit Quellen.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Das Darknet ist ein Teil des Internets, der nur mit spezieller Software wie dem Tor Browser erreichbar ist.
- Dort bleiben sowohl Besucher als auch Anbieter von Websites technisch verschleiert.
- Es wird für Privatsphäre, Pressefreiheit und Zensurumgehung genutzt – und für Kriminalität.
- Das Darknet zu besuchen ist in Deutschland legal; strafbar ist, was auch sonst strafbar ist.
Inhalt
Das Darknet ist ein Teil des Internets, der nur mit spezieller Software erreichbar ist und in dem sowohl Besucher als auch Betreiber von Websites ihre Identität technisch verschleiern können. Die bekannteste Form sind Websites im Tor-Netzwerk, deren Adressen auf .onion enden.
Das Darknet in einem Satz
Stell dir das normale Internet wie ein Straßennetz vor, in dem jedes Haus eine sichtbare Adresse hat und jedes Auto ein Nummernschild. Im Darknet fahren alle Autos durch mehrere Tunnel, bevor sie ankommen, und viele Häuser haben gar keine öffentliche Adresse. Man kann sie besuchen, wenn man den Weg kennt – aber niemand sieht ohne Weiteres, wer wohin fährt.
Technisch heißt das: Die Verbindung läuft über mehrere verschlüsselte Zwischenstationen. Keine einzelne Station kennt gleichzeitig den Absender und das Ziel. Wie das genau funktioniert, erklären wir in Wie funktioniert das Darknet technisch?.
Woher der Begriff kommt
Der Begriff „Darknet“ wurde 2002 durch ein Fachpapier von vier Microsoft-Forschern bekannt. Sie bezeichneten damit private Netzwerke, in denen Menschen Dateien austauschen, ohne dass Außenstehende es sehen können. Heute meint man mit Darknet vor allem Anonymisierungsnetzwerke wie Tor, I2P und Freenet.
Im Alltag werden Darknet und Dark Web meist gleichbedeutend verwendet. Wer es genau nimmt, unterscheidet so:
- Darknet = die Netzwerke selbst (zum Beispiel das Tor-Netzwerk),
- Dark Web = die Websites, die in diesen Netzwerken erreichbar sind.
Darknet, Deep Web und Clearnet
Das Darknet wird oft mit dem Deep Web verwechselt. Dabei handelt es sich um drei unterschiedliche Dinge:
| Begriff | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Clearnet | Öffentlich zugängliche Seiten, die Suchmaschinen finden | Nachrichtenseiten, Wikipedia, Onlineshops |
| Deep Web | Inhalte, die Suchmaschinen nicht erfassen | Dein E-Mail-Postfach, Online-Banking, Firmen-Intranets |
| Darknet | Netzwerke, die spezielle Software erfordern und Identitäten verschleiern | Onion-Dienste im Tor-Netzwerk |
Das Darknet ist also ein kleiner Teil des Deep Web. Die vollständige Gegenüberstellung findest du im Artikel Darknet, Deep Web, Clearnet: die Unterschiede.
Wie man ins Darknet kommt
Der mit Abstand verbreitetste Zugang ist der Tor Browser. Er wird vom gemeinnützigen Tor Project kostenlos für Windows, macOS, Linux und Android angeboten und basiert auf Firefox. Mit ihm kann man zweierlei tun:
- Normale Websites anonymer besuchen. Die besuchte Seite sieht nicht deine echte IP-Adresse, sondern die eines Tor-Servers.
- Onion-Dienste aufrufen. Das sind Websites, die nur im Tor-Netzwerk existieren. Ihre Adresse besteht aus 56 zufällig wirkenden Zeichen und endet auf
.onion.
Wie Onion-Adressen aufgebaut sind und warum sie so kryptisch aussehen, erklärt der Artikel Onion-Adressen erklärt.
Wofür das Darknet genutzt wird
Das Darknet ist bekannt durch Drogenmärkte und Cyberkriminalität. Das ist ein realer Teil – aber nicht das ganze Bild. Die Technik dahinter schützt jeden, der nicht überwacht werden möchte oder darf:
- Pressefreiheit: Redaktionen betreiben Onion-Dienste wie SecureDrop, über die Informanten Dokumente anonym übermitteln können.
- Zensurumgehung: In Ländern, die Nachrichtenseiten sperren, ermöglicht Tor den Zugang zu freien Informationen. Medien wie die New York Times, die BBC oder die Deutsche Welle bieten eigene Onion-Adressen an.
- Privatsphäre: Viele Menschen nutzen Tor, damit Werbenetzwerke, Internetanbieter oder Arbeitgeber ihr Surfverhalten nicht nachverfolgen.
- Kriminalität: Gleichzeitig nutzen Kriminelle die Anonymität für Marktplätze, Datenhandel und Erpressung.
Wer die Nutzer genau sind und welche Motive sie haben, beschreibt der Artikel Wer nutzt das Darknet – und warum?.
Wie groß ist das Darknet?
Die Zahl der Onion-Seiten lässt sich nicht genau bestimmen, weil es kein öffentliches Verzeichnis gibt. Gut messbar ist dagegen die Nutzung von Tor: Laut den Statistiken des Tor Project (Tor Metrics, Abruf Oktober 2026) verbinden sich täglich rund drei Millionen Nutzer direkt mit dem Netzwerk. Deutschland liegt dabei mit durchschnittlich gut 300.000 Nutzern pro Tag auf Platz zwei hinter den USA.
Ein Großteil dieser Nutzer ruft übrigens gar keine Onion-Seiten auf, sondern nutzt Tor, um ganz normale Websites anonymer zu besuchen. Weitere Zahlen findest du unter Darknet in Zahlen.
Ist das Darknet legal?
In Deutschland ist es erlaubt, den Tor Browser zu nutzen und Onion-Seiten zu besuchen. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt klar, dass das Bewegen im Darknet allein nicht illegal ist. Strafbar sind konkrete Handlungen – etwa der Kauf von Betäubungsmitteln oder Waffen oder der Besitz verbotener Inhalte. Für diese Handlungen gelten dieselben Gesetze wie im übrigen Internet.
Details erklärt der Artikel Ist das Darknet illegal?.
Ist man im Darknet anonym?
Tor verschleiert die Verbindung sehr wirksam, doch vollständige Anonymität garantiert es nicht. Wer sich mit echten Daten anmeldet, Dateien außerhalb des Browsers öffnet oder Gewohnheiten preisgibt, kann identifiziert werden. Auch das BSI weist darauf hin, dass eine Rückverfolgung trotz Tor nicht ausgeschlossen werden kann. Wie Anonymität im Detail funktioniert, erklärt der Bereich Sicherheit und Anonymität.
Häufige Fragen
Was ist das Darknet in einfachen Worten?
Ein versteckter Teil des Internets, den man nur mit spezieller Software erreicht. Websites und Besucher sind dort so verschleiert, dass man nicht ohne Weiteres sehen kann, wer dahintersteckt.
Wie kommt man ins Darknet?
Am häufigsten mit dem kostenlosen Tor Browser, den das gemeinnützige Tor Project anbietet. Damit lassen sich Onion-Adressen aufrufen, die auf .onion enden.
Ist Dark Web dasselbe wie Darknet?
Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet. Genau genommen bezeichnet Darknet die Netzwerke selbst und Dark Web die Websites darin.
Kann man das Darknet mit Google durchsuchen?
Nein. Google erfasst keine Onion-Seiten. Es gibt eigene Suchmaschinen für Onion-Dienste, die aber nur einen Bruchteil abdecken.
Quellen
- Tor Project SupportWhat is a .onion address? abgerufen am 20.10.2026
- teltarif.deDie verborgene Seite (Bericht zu Darknet-Hinweisen des BSI) abgerufen am 20.10.2026
- Microsoft Corporation, via UC DavisThe Darknet and the Future of Content Distribution (Biddle, England, Peinado, Willman, 2002) abgerufen am 20.10.2026
- Tor ProjectTor Metrics: Top-10 countries by directly connecting users abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
Die Redaktion recherchiert, schreibt und prüft alle Inhalte nach den veröffentlichten Redaktionsgrundsätzen. Jeder Artikel nennt seine Quellen.
Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026