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Dream Market: Geschichte, Ende und Ermittlungen

Dream Market lief von 2013 bis 2019 – länger als fast jeder andere Darknet-Markt. Was dort gehandelt wurde, wie er endete und wer 2026 festgenommen wurde.

Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Dream Market war von Ende 2013 bis April 2019 aktiv und damit einer der langlebigsten Darknet-Märkte.
  • Laut US-Behörden hatte er zeitweise fast 100.000 Angebote und vermittelte unter anderem rund 450 kg Kokain und 36 kg Fentanyl.
  • Im März 2019 kündigten die Betreiber die Schließung zum 30. April an – eine der seltenen freiwilligen Schließungen.
  • Im Mai 2026 nahmen deutsche und US-Behörden in Deutschland einen Mann fest, der der Hauptadministrator ‚SpeedStepper‘ sein soll.
Inhalt

Dream Market war ein englischsprachiger Darknet-Markt, der von Ende 2013 bis April 2019 aktiv war – über fünf Jahre und damit deutlich länger als fast alle Konkurrenten. Nach der Zerschlagung von AlphaBay 2017 galt er als einer der größten Märkte der Welt. Er endete nicht durch eine Razzia, sondern mit einer angekündigten Schließung. Die Ermittlungen gegen seine Betreiber liefen trotzdem weiter: Im Mai 2026 wurde in Deutschland ein mutmaßlicher Hauptadministrator festgenommen.

Steckbrief

ZeitraumEnde 2013 – April 2019
SpracheEnglisch
AngebotDrogen, gestohlene Daten, gefälschte Markenwaren
GrößeZeitweise fast 100.000 Angebote (US-Behörden)
BezahlungKryptowährung, Treuhand (Escrow) über den Markt
EndeAngekündigte Schließung zum 30. April 2019
Einordnung der EUDAFreiwillige Schließung

Aufstieg

Dream Market startete im November 2013, kurz nach dem Ende von Silk Road. Er bot Treuhand, ein Team für Streitfälle und ein eigenes Forum. Weil er die großen Polizeiaktionen von 2014 und 2017 überstand, wurde er nach dem Ende von AlphaBay und Hansa im Juli 2017 zu einem der wichtigsten Ausweichziele.

Wie groß das Geschäft war, zeigen Zahlen der US-Behörden: Zwischen 2013 und 2019 wurden über Dream Market unter anderem mehr als 90 kg Heroin, 450 kg Kokain, 45 kg Methamphetamin, 13 kg Oxycodon und 36 kg Fentanyl verkauft.

Krisen und Gerüchte

2017 war ein unruhiges Jahr. Nach dem Ende von AlphaBay kursierten Gerüchte, Dream Market stehe unter Polizeikontrolle. Im September 2017 berichteten Nutzer in Foren, dass Guthaben von ihren Konten verschwunden seien. Zudem übernahmen niederländische Ermittler nach der Hansa-Operation Konten einzelner Verkäufer – vermutlich, weil diese dieselben Zugangsdaten auf mehreren Märkten nutzten.

Das Ende

Am 24. März 2019 erschien auf der Startseite ein Banner: Der Markt werde am 30. April schließen und seine Dienste an eine „Partnerfirma“ übergeben. Seitdem ist Dream Market offline. Vorausgegangen waren wochenlange DDoS-Angriffe. Ob dahinter Erpresser, Konkurrenten oder die Polizei steckten, wurde nie öffentlich geklärt. Die EU-Drogenagentur EUDA führt das Ende als freiwillige Schließung.

Die Schließung fiel in eine Phase großer Umbrüche: Wenige Wochen später schalteten Ermittler den Wall Street Market ab.

Die Ermittlungen

DatumEreignis
August 2017Der Franzose Gal Vallerius alias „OxyMonster“, zuerst Verkäufer und später Administrator und leitender Moderator, wird bei der Einreise in die USA festgenommen
Oktober 2018Vallerius wird in Florida zu 20 Jahren Haft verurteilt; er muss knapp 100 Bitcoin und rund 122 Bitcoin Cash abgeben
Januar 2026Eine US-Grand-Jury klagt einen deutschen Staatsbürger wegen Geldwäsche an
7. Mai 2026Festnahme des Mannes in Deutschland; Durchsuchung von drei Objekten

Der Festgenommene soll der Hauptadministrator „SpeedStepper“ sein. Die US-Ermittler stützen das unter anderem auf seinen Zugriff auf die ursprünglichen privaten Schlüssel des Markts. Zwischen August 2023 und April 2025 soll er rund zwei Millionen US-Dollar aus Dream-Market-Erlösen gewaschen haben. Bei den Durchsuchungen wurden Goldbarren im Wert von rund 1,7 Millionen US-Dollar sichergestellt, die mit diesen Erlösen gekauft worden sein sollen, sowie Hinweise auf Konten und Wallets mit rund 1,2 Millionen US-Dollar. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Was der Fall zeigt

  1. Freiwillig aufhören schützt nicht. Sieben Jahre nach der Schließung führte die Spur des Geldes zu einem mutmaßlichen Betreiber.
  2. Kryptowährung vergisst nichts. Geldwäsche Jahre später – über Gold und Wallets – brachte die Ermittler weiter. Siehe Krypto-Beschlagnahmungen: bekannte Fälle.
  3. Wiederverwendete Zugangsdaten sind gefährlich. Verkäufer, die dieselben Daten auf mehreren Märkten nutzten, verloren ihre Konten an die Polizei.

Weitere Märkte und ihre Enden vergleicht Warum Darknet-Märkte scheitern.

Häufige Fragen

War die Schließung von Dream Market ein Exit-Scam?

Die EU-Drogenagentur EUDA führt sie als freiwillige Schließung. Die Betreiber kündigten das Ende mehrere Wochen vorher an. Begleitet wurde es von massiven DDoS-Angriffen, und in Foren kursierten Vermutungen über Polizei, Erpresser oder Konkurrenten.

Wer war ‚OxyMonster‘?

Ein Franzose, der auf Dream Market zuerst als Verkäufer und später als Administrator und leitender Moderator tätig war. Er wurde 2017 in den USA festgenommen und im Oktober 2018 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Wer steckte hinter Dream Market?

US-Ermittler werfen einem deutschen Staatsbürger vor, der Hauptadministrator ‚SpeedStepper‘ zu sein – unter anderem, weil er Zugriff auf die ursprünglichen privaten Schlüssel des Markts gehabt haben soll. Er wurde im Mai 2026 in Deutschland festgenommen; es gilt die Unschuldsvermutung.

Quellen

  1. WikipediaDream Market abgerufen am 20.10.2026
  2. IRS Criminal InvestigationGerman citizen charged with laundering funds linked to prominent darknet marketplace “Dream Market” abgerufen am 20.10.2026
  3. U.S. Department of JusticeDark web administrator sentenced to 20 years in prison for narcotics trafficking and money laundering abgerufen am 20.10.2026
  4. EUDAData: lifetime and reason for closure of global darknet markets offering drugs abgerufen am 20.10.2026

Redaktion Darknet Kompass

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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026

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