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Freenet (Hyphanet) erklärt
Wie Hyphanet, früher Freenet, funktioniert: verteilter verschlüsselter Speicher, Opennet- und Darknet-Modus, Freesites und warum Inhalte verschwinden können.
Redaktion Darknet KompassAktualisiert am 4 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Hyphanet – bis 2023 Freenet – ist ein verteilter, verschlüsselter Datenspeicher, der seit 1999 entwickelt wird.
- Inhalte liegen verschlüsselt auf den Rechnern der Teilnehmer und bleiben verfügbar, auch wenn der Urheber offline ist.
- Im Darknet-Modus verbinden sich Nutzer nur mit Menschen, denen sie vertrauen – das macht das Netz sehr schwer zu entdecken.
- Selten abgerufene Inhalte werden mit der Zeit verdrängt; Hyphanet ist kein dauerhaftes Archiv.
Inhalt
Hyphanet, bis 2023 unter dem Namen Freenet bekannt, ist ein verteiltes, verschlüsseltes Netzwerk zum anonymen Veröffentlichen und Abrufen von Inhalten. Anders als bei Tor gibt es keine Server, die Websites bereitstellen: Die Inhalte liegen verschlüsselt verteilt auf den Rechnern der Teilnehmer. Das macht Hyphanet besonders widerstandsfähig gegen Zensur – und zugleich ganz anders in der Nutzung.
Herkunft und Name
Die Entwicklung begann 1999. Das Ziel war von Anfang an, dass zwei Menschen, die Informationen austauschen wollen, das auch gegen den Willen von Zensoren tun können. Im Juni 2023 wurde das Projekt in Hyphanet umbenannt: Der Vorstand der Freenet Project Inc. hatte entschieden, den Namen „Freenet“ an ein neues Projekt namens Locutus zu vergeben. Der neue Name spielt auf Pilzgeflechte an, deren Fäden (Hyphen) Pflanzenwurzeln miteinander verbinden. Gewählt wurde er durch Vorschläge und Abstimmung der Community.
Wie Hyphanet funktioniert
Ein gemeinsamer, verschlüsselter Speicher
Jeder Teilnehmer stellt einen Teil seiner Festplatte als Datenspeicher und etwas Bandbreite zur Verfügung. Veröffentlichte Inhalte werden in verschlüsselte Stücke zerlegt und auf viele Rechner verteilt. Wer einen Inhalt abruft, bekommt die Stücke über mehrere Zwischenstationen; dabei ist schwer festzustellen, wer was anfragt.
Weil Inhalte über das Netz verteilt sind, bleiben sie erreichbar, auch wenn ihr Urheber längst offline ist. Es gibt keinen zentralen Server, den man beschlagnahmen oder abschalten könnte.
Was nicht abgerufen wird, verschwindet
Der Speicher jedes Teilnehmers ist begrenzt. Hyphanet behält deshalb bevorzugt, was zuletzt abgerufen wurde, und verdrängt die am wenigsten genutzten Inhalte zuerst. Für Nutzer bedeutet das: Beliebte Inhalte verbreiten sich und bleiben verfügbar, selten abgerufene können mit der Zeit verschwinden. Hyphanet ist also kein dauerhaftes Archiv.
Schlüssel statt Adressen
Inhalte werden nicht über Serveradressen gefunden, sondern über Schlüssel. Vereinfacht gibt es zwei Arten:
- Schlüssel, die sich aus dem Inhalt selbst ergeben – derselbe Inhalt hat immer denselben Schlüssel, und niemand kann ihn unbemerkt verändern.
- Schlüssel, die an ein Schlüsselpaar des Autors gebunden sind – damit lassen sich Inhalte unter einem stabilen Pseudonym veröffentlichen und aktualisieren.
Opennet und Darknet
Hyphanet kennt zwei Betriebsarten:
| Opennet | Darknet | |
|---|---|---|
| Mit wem du verbunden bist | Mit beliebigen anderen Teilnehmern, automatisch vermittelt | Nur mit Menschen, denen du vertraust und deren Verbindungsdaten du direkt austauschst |
| Einstieg | Einfach | Erfordert Kontakte, die Hyphanet bereits nutzen |
| Entdeckbarkeit | Teilnehmer können sich gegenseitig sehen | Sehr schwer zu entdecken; Fremde wissen nicht, dass du teilnimmst |
Im Darknet-Modus – einem sogenannten Friend-to-Friend-Netz – verbindest du dich nur mit Freunden. Über deren Verbindungen erreichst du trotzdem das gesamte Netzwerk. Laut dem Projekt ist das Netz so sehr schwer zu entdecken. Das entspricht der ursprünglichen technischen Bedeutung des Begriffs „Darknet“: ein privates Netz unter Vertrauten, das von außen nicht sichtbar ist.
Was man mit Hyphanet macht
- Freesites: Websites, die nur über Hyphanet erreichbar sind.
- Dateien teilen: anonym und ohne zentralen Server.
- Foren und Chat: über Erweiterungen, die auf dem verteilten Speicher aufbauen.
- Stabile Pseudonyme: Autoren können unter einem gleichbleibenden, schlüsselbasierten Namen veröffentlichen.
Stärken und Schwächen
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| Kein zentraler Server, sehr zensurresistent | Langsam; Inhalte werden stückweise zusammengesetzt |
| Inhalte bleiben ohne den Urheber verfügbar | Selten abgerufene Inhalte verschwinden |
| Darknet-Modus schwer zu entdecken | Kaum für interaktive Websites geeignet |
| Stabile Pseudonyme | Kleine Nutzerbasis, Einrichtung aufwendiger als der Tor Browser |
| Teilnehmer speichern verschlüsselte fremde Inhalte, die sie nicht kontrollieren können |
Für wen sich Hyphanet eignet
Hyphanet ist ein Spezialwerkzeug für Menschen, die Inhalte so veröffentlichen wollen, dass sie sich kaum entfernen lassen, und für Gruppen, die ein privates, schwer entdeckbares Netz unter Vertrauten aufbauen wollen. Für alltägliches anonymes Surfen ist Tor die bessere Wahl. Den Vergleich aller Netzwerke findest du unter Tor, I2P, Freenet & Co. im Vergleich.
Häufige Fragen
Warum heißt Freenet jetzt Hyphanet?
Anfang 2023 beschloss der Vorstand der Freenet Project Inc., den Namen Freenet an ein neues Projekt namens Locutus zu vergeben. Das ursprüngliche Netzwerk heißt seit Juni 2023 Hyphanet.
Ist Hyphanet dasselbe wie Tor?
Nein. Tor leitet Verbindungen zu Servern weiter. Hyphanet speichert Inhalte verteilt bei den Teilnehmern selbst; es gibt keinen zentralen Server, der abgeschaltet werden könnte.
Speichere ich bei Hyphanet fremde Inhalte auf meinem Rechner?
Ja, verschlüsselte Bruchstücke. Du stellst einen Teil deiner Festplatte als Datenspeicher zur Verfügung. Was darin liegt, kannst du nicht ohne Weiteres einsehen, und es lässt sich nicht gezielt auswählen.
Quellen
- HyphanetFreenet renamed to Hyphanet abgerufen am 20.10.2026
- HyphanetAbout Hyphanet abgerufen am 20.10.2026
- The Invisible Internet ProjectI2P vs Other Privacy Networks abgerufen am 20.10.2026
Redaktion
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Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2026